Welt-Psoriasistag 2010

"Kinder mit Schuppenflechte: Zu jung, um gut versorgt zu werden?"

 




Allianz für Kinder und Jugendliche mit Schuppenflechte.


BVDD UND DDG BESCHLIESSEN VERSORGUNGSZIELE / PSONET-EXPERTENNETZWERK / NEUE STUDIE

 v.l. Hans-Detlev Kunz, Marlen Utesch...Die Versorgung von Kindern und Jugendlichen mit Psoriasis ist bisher unzureichend. Die notwendige Forschung auf diesem Gebiet steckt weltweit noch in den Kinderschuhen. Dermatologen aus Deutschland wissen aber schon jetzt: Schuppenflechte ist eine lebenslange Belastung und lebensverkürzende Bedrohung. Dermatologen beschließen daher erstmals in der Versorgungslandschaft Deutschland konkret messbare "Versorgungsziele 2010 – 2015".

Die Versorgung soll sich bis 2015 für Kinder und Erwachsene messbar verbessern: "Für mehr Lebensqualität – trotz Schuppenflechte". Einen wesentlichen Beitrag zur Umsetzung der Versorgungsziele leisten regionale Dermatologen-Expertennetzwerke und Qualitätszirkel. Immer mehr schließen sich unter dem Dach "PsoNet" zusammen, tauschen sich fachübergreifend aus und bauen die Zusammenarbeit zwischen klinischen und niedergelassenen Dermatologen aus. Ein internationales Langzeitkonzept soll darüber hinaus erstmals untersuchen, welchen Einfluss Psoriasis auf die Lebensumstände von Patienten hat, z.B. bei der Berufs- oder Partnerwahl.

Anwesende JournalistenZur Verbesserung der Psoriasisversorgung haben die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) mit Unterstützung des Competenzzentrums Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm) erstmals messbare "Versorgungsziele 2010 - 2015" formuliert.

Dies ist eine Selbstverpflichtung, die in der medizinischen Versorgung in Deutschland bisher einmalig ist. Ganz bewusst schließen diese auch die frühzeitige und qualifizierte Versorgung von Kindern ein: "Kinder mit Psoriasis werden frühzeitig behandelt und erlangen eine gute Lebensqualität". Die Versorgung von Kindern ist durch verzögerte und unzulängliche Diagnosestellung sowie uneinheitliche Therapien oft noch unzureichend. Durch fachübergreifende Kooperationen sollen leitliniengerechte Therapiestrategien flächendeckend etabliert werden. Zu diesen Leitzielen wurden messbare Teilziele formuliert, deren Erreichen nach festgelegten Fristen geprüft wird.

In vielen regionalen Psoriasis-Expertennetzwerken (PsoNet) schließen sich seit zwei Jahren immer mehr niedergelassene und klinische Dermatologen zusammen, um die Versorgung in der Praxis zu verbessern. Ihnen kommt bei der Umsetzung der "Versorgungsziele 2010 – 2015" eine zentrale Rolle zu. Zum 7. Welt-Psoriasistag 2010 laden viele dieser Netzwerke zu regionalen Veranstaltungen ein, siehe www.weltpsoriasistag.de.

SchuppenflechteGesundheitliche Studien zur Lebensqualität haben bisher die Beeinträchtigungen für die Psoriasis-Patienten überwiegend auf der Grundlage von Querschnittsdaten und Momentaufnahmen quantifiziert.

Sie belegen: Kinder und Erwachsene mit Schuppenflechte weisen ein doppeltes Risiko für Begleiterkrankungen, wie z. B. für Fettsucht (Adipositas), Depression und Bluthochdruck, auf. Eine neue Studie untersucht mögliche Auswirkungen auf das gesamte Leben eines Psoriasis-Patienten, z. B. welchen Einfluss die Erkrankung im frühen Lebensalter auf die spätere Partner- oder Berufswahl hat. Diese Daten gibt es bisher kaum. Dennoch deuten soziale und ökonomische Folgen darauf hin, dass ein sich anhäufender Effekt von negativen Einflüssen existiert.

SchuppenflechteUm die gesamten Auswirkungen von Psoriasis und ihren Begleiterkrankungen sowie Stigmatisierungen im Laufe eines Lebens der Patienten zu erfassen, stellen Wissenschaftler eines Forscherteams aus Italien, Deutschland, Großbritannien und den USA ein Konzept vor. Sowohl Häufungen als auch Belastungen, die eine Schuppenflechte-Erkrankung im Laufe des Lebens mit sich bringt, sollen erfasst werden. Das Konzept trägt den Titel Cumulative Life Course Impairment (CLCI).

Dermatologen bilden damit Schritt für Schritt eine Allianz zur besseren Versorgung von Schuppenflechte-Patienten.


Kurzdarstellung


Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG) ist die wissenschaftliche Fachgesellschaft deutschsprachiger Dermatologinnen und Dermatologen. Die DDG wurde 1888 in Prag gegründet und hat heute ihren Sitz in Berlin. Die Ziele der DDG sind die Förderung der wissenschaftlichen und praktischen Dermatologie, Venerologie und Allergologie sowie ihrer Spezialgebiete.

Prof. Dr. med. Thomas A. Luger, DDG-Präsident
"Die Nationalen Versorgungsziele sind ein Meilenstein in der Versorgungslandschaft. Gemeinsam mit den neuesten Erkenntnissen aus der Forschung und neuen innovativen Therapien werden schon sehr bald viele Patienten mit Schuppenflechte davon profitieren." Der Berufsverband der Deutschen Dermatologen e.V. (BVDD) ist der Zusammenschluss der deutschen niedergelassenen Hautärzte zur Vertretung ihrer wirtschaftlichen und sozialpolitischen Interessen.

Dr. Thomas Stavermann, Vorsitzender, Landesverband Berlin des Berufsverbandes der Deutschen Dermatologen (BVDD)
"Wir wollen und werden uns an den eigenen gesteckten Zielen messen lassen. Ich wünsche mir, dass wir darüber hinaus die Ziele Schritt für Schritt mit weiteren Fachdisziplinen gemeinsam ausbauen. So werden wir Schuppenflechte und deren Begleiterkrankungen noch besser erforschen und versorgen können." PsoNet ist der Zusammenschluss von Dermatologen und Fachärzten zu regionalen Schuppenflechte-Netzwerken, rund 20 davon gibt es bereits in Deutschland. Im Netzwerk tauschen sich die beteiligten Ärzte fachlich aus, führen Informations-veranstaltungen und Schulungen durch, bspw. zu neuen Therapiemöglichkeiten und deren Anwendung. Die Dermatologen behalten alle Erscheinungsformen der Krankheit im Blick – vom unterschiedlichen Schweregrad der Schuppenflechte bis zur jeweiligen Begleiterkrankung – und können die Patienten schnell und nachhaltig therapieren. Das Netzwerk PsoNet hält die beteiligten Dermatologen durch neueste Studienergebnisse über die Wirksamkeit von Medikamenten und ganzheitlichen Therapien auf dem Laufenden. So erhalten die Patienten innerhalb des Netzwerks die bestmögliche Rundum-Versorgung. Auf www.psonet.de können sich Ärzte und Patienten über die Netzwerke in ihrer Region informieren.

Das Competenzzentrum Versorgungsforschung in der Dermatologie (CVderm) mit Sitz in Hamburg ist zuständig für die Versorgungsforschung zu Hauterkrankungen und Allergien in Deutschland, für die Durchführung von Versorgungsstudien sowie für die methodische Beratung anderer Arbeitsgruppen. Das CVderm wird von der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (DDG) und dem Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) gefördert.

Prof. Dr. Matthias Augustin, u.a. Direktor des CVderm
"Dermatologen sind entscheidende Weichensteller, was den Behandlungserfolg bei Patienten mit Schuppenflechte und ihren Begleiterkrankungen angeht. Unser Ziel ist es, durch moderne Behandlungsmethoden auf höchstem Erkenntnisstand die Lebensqualität unserer Patienten nachhaltig zu verbessern! Das machen wir deutlich, indem wir uns verpflichtet haben, in den nächsten 5 Jahren die Versorgung und Lebensqualität unserer Patienten messbar zu verbessern.

Bei der Umsetzung helfen uns PsoNet, regionale Netzwerke, in denen sich Ärzte über innovative Behandlungsmöglichkeiten austauschen, und PsoBest, ein Patientenregister mit dem wir dringend benötigte Erkenntnisse über die Wirksamkeit und den Nutzen der moderneren Therapien gewinnen."

Der Deutsche Psoriasis Bund e. V. (DPB) wurde 1973 als Selbsthilfeverein gegründet. Heute ist die Interessengemeinschaft mit etwa 7.000 Mitgliedern die stärkste deutsche Patientenorganisation im Bereich der Hautkrankheiten.

Hans-Detlev Kunz, Geschäftsführer des Deutschen Psoriasis Bundes
"Als Interessensvertretung und Sprachrohr der Schuppenflechte-Patienten in Deutschland begrüßt und unterstützt der Deutsche Psoriasis Bund e.V. die konsentierten Versorgungsziele. Besonders die medizinische Begleitung von Kindern und Jungendlichen mit Schuppenflechte ist zu verbessern."


Statement Dr. Thomas Stavermann

VORSITZENDER, LANDESVERBAND BERLIN DES BERUFSVERBANDES DER DEUTSCHEN DERMATOLOGEN (BVDD)

Dr. Thomas StavermannVersorgungsziele für den Zeitraum 2010 bis 2015 "Ich bin ein großer Anhänger der interdisziplinären Kooperation, da ich der Ansicht bin, die Kollegen sind über die aktuellen Entwicklungen im Bereich der Therapieoptionen der Psoriasis oft nicht ausreichend informiert, so dass die Versorgung weiterhin nicht optimal ist.

Die Dermatologen nehmen nicht nur bei der Hauterkrankung sondern auch bei den Komorbiditäten eine Gatekeeper-Funktion, auch schon bei Kindern ein, um über eine frühzeitige Erkennung der chronischen Entzündungsreaktion und die Einleitung einer frühzeitigen Therapie die Folgen der Komorbiditäten wie z.B. Arthritis, metabolischen Syndrom, Herzerkrankungen abmildern zu können.

Wir wollen und werden uns an den selbst gesetzten Versorgungszielen messen lassen. Ich wünsche mir, dass wir darüber hinaus die Ziele mit weiteren Fachdisziplinen gemeinsam ausbauen. So werden wir Schuppenflechte und deren Begleiterkrankungen noch besser verstehen und versorgen können."


Statement Prof. Dr. Matthias Augustin

DIREKTOR DES COMPETENZZENTRUMS FÜR VERSORGUNGSFORSCHUNG IN DER DERMATOLOGIE UND BEI PFLEGEBERUFEN -UNIVERSITÄTSKLINIKUM HAMBURG-EPPENDORF (CVDERM) / PSONET, EIN PROJEKT DES CVDERM

 Prof. Dr. Matthias AugustinStatus quo der Forschung und Versorgung von Schuppenflechte "Dermatologen sind entscheidende Weichensteller, was den Behandlungserfolg bei Patienten mit Schuppenflechte und ihren Begleiterkrankungen angeht. Unser Ziel ist es, durch moderne Behandlungsmethoden auf höchstem Erkenntnisstand die Lebensqualität unserer Patienten nachhaltig zu verbessern!

Das machen wir deutlich, indem wir uns verpflichtet haben, in den nächsten 5 Jahren die Versorgung und Lebensqualität unserer Patienten messbar zu verbessern. Bei der Umsetzung helfen uns PsoNet, regionale Netzwerke, in denen sich Ärzte über innovative Behandlungsmöglichkeiten austauschen, und PsoBest, ein Patientenregister mit dem wir dringend benötigte Erkenntnisse über die Wirksamkeit und den Nutzen der moderneren Therapien gewinnen.

Wir gehen damit konsequent unseren Weg: Schritt für Schritt zur besseren Versorgung, für ein Leben mit Qualität – trotz Schuppenflechte."


Statement Dr. Margrit Simon

NIEDERGELASSENE DERMATOLOGIN UND 2. VORSITZENDE DES VORSTANDES VON PSONET BERLIN/BRANDENBURG

 Dr.Margrit SimonNeue Formen der Vernetzung: Erfahrungen mit PsoNet "PsoNet Berlin und Brandenburg gibt es bereits seit 2 Jahren. Inzwischen besteht das Netzwerk aus 70 klinischen und niedergelassenen Dermatologen, die über Expertenwissen bei der Behandlung der mittelschweren bis schweren Psoriasis verfügen. Sie tauschen sich untereinander regelmäßig aus, um kontinuierlich die Qualität der Versorgung und damit die Lebensqualität der Psoriasis-Patienten zu verbessern. Dies ist besonders für Kinder und Jugendliche mit Schuppenflechte notwendig, da sie - ebenso wie Erwachsene - ein doppeltes Risiko für Komorbiditäten, wie z. B. für Fettsucht (Adipositas), Depression und Bluthochdruck aufweisen. Daher setzt sich PsoNet Berlin und Brandenburg für die Zusammenarbeit und den Austausch mit anderen Haus- und Fachärzten, wie z.B. mit Kinderärzten, Internisten und Allgemeinmedizinern ein. So können die ehrgeizigen Versorgungsziele zur Verbesserung der Lebensqualität für Kinder erreicht werden."


Statement Hans-Detlev Kunz

GESCHÄFTSFÜHRER DES DEUTSCHEN PSORIASIS BUNDES (DPB)

Hans-Detlev KunzVersorgung von Kindern aus Sicht der Patientenorganisation "Als Interessensvertretung und Sprachrohr der Schuppenflechte-Patienten in Deutschland begrüßt und unterstützt der Deutsche Psoriasis Bund e.V. die konsentierten Versorgungsziele.

Besonders die medizinische Begleitung von Kindern und Jungendlichen mit Schuppenflechte ist zu verbessern. Nur auf sicherer Forschungs- und Datenbasis bei gleichzeitiger Förderung der sozialen Kompetenz wird die Versorgung langfristig für junge Patienten besser.

Kinder und Jugendliche zu selbstbewussten Experten für ihre individuelle Schuppenflechte zu machen, bleibt Auftrag in der Versorgung gesetzlich Versicherter."


Cumulative Life Course Impairment ("CLCI")-Studie

Summieren sich die Belastungen der Patienten im Laufe ihres Lebens? Psoriasis geht mit erheblichen physischen und psychischen Belastungen einher und beeinträchtigen nahezu Hautekzemalle Bereiche des Lebens eines Patienten, dazu gehören die Beziehungen zu anderen, soziale Aktivitäten, der Beruf und das seelische Wohlbefinden. Die Gesamtwirkung dieser Beeinträchtigung kann bei manchen Patienten zu sozialer Abschottung führen und ihm die Möglichkeit nehmen alle potentiellen Möglichkeiten seines Lebens in vollem Maße auszuschöpfen.

Studien zu Komorbidität, Lebenserwartung und Lebensqualität bei Psoriasis haben die Beeinträchtigungen für Patienten überwiegend auf der Grundlage von Querschnittsdaten und Momentaufnahmen quantifiziert. Über die möglichen Auswirkungen für das gesamte Leben eines Patienten gibt es kaum Daten. Dennoch deuten soziale und ökonomische Folgen darauf hin, dass ein sich anhäufenden Effekt von negativen Einflüssen existieren. Um jedoch die gesamten Auswirkungen von Schuppenflechte und ihren Begleiterkrankungen sowie Stigmatisierungen im Laufe eines Lebens der Patienten zu erfassen, stellen Wissenschaftler eines Forscherteams aus den USA, Italien, Deutschland und Großbritannien ein Konzept vor, das es ermöglichen soll, sowohl Häufungen als auch Belastungen, die eine Schuppenflechte-Erkrankung im Laufe des Lebens mit sich bringt, zu erfassen. Das Konzept nennt sich Cumulative Life Course Impairment ("CLCI").

Für die Zukunft kann das Konzept zu einem besseren Verständnis der gesamten Auswirkungen von Schuppenflechte beitragen. Es kann helfen, die Patienten, die besonders stark an Psoriasis leiden, zu identifizieren und ihnen eine viel adäquatere Behandlung, als im Vergleich zu herkömmlichen Methoden, zu ermöglichen.

Chart


Versorgungsbedarf

Patienten mit Psoriasis vulgaris weisen aufgrund der Krankheitsschwere, der eingeschränkten Lebensqualität und der Komorbiditäten einen hohen Versorgungsbedarf auf. Dies gilt für etwa 90% der Betroffenen, entsprechend ca. 1,8 Mio. Personen in Deutschland.


Versorgungsangebot

Zur Therapie der Psoriasis vulgaris stehen aktuell 7 topische und 9 systemische Wirkstoffe sowie die UV-Therapie zur Verfügung. Versorgt wird im ambulanten, teilstationären und stationären Bereich sowie durch stationäre REHA. Standards für die Therapie der Psoriasis vulgaris wurden 2006 in einer AWMF-S3-Leitlinie festgehalten, die 2007 auch als Patientenfassung erschien. Die Leitlinie sieht bei leichter Psoriasis die topische Therapie, ggf. kombiniert mit UV-Licht vor. Bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis kommen primär die Systemtherapeutika und – second line – Biologika zum Einsatz.


Versorgungsstruktur

Nach den Daten der GKV wird die Versorgung der Patienten mit Psoriasis weit überwiegend durch Dermatologen und Hausärzte geleistet. Den Dermatologen kommt bei Neuauftreten, schweren Verläufen und Rezidiven die führende Rolle zu (insgesamt ca. 65% der Erstkontakte), während Hausärzte insbesondere die Folgeverordnungen und –visiten durchführen.


Versorgungsqualität

Im Zuge der Versorgungsforschung am CVderm wurde eine Serie von insgesamt 20 Projekten zur Erfassung der Versorgungsstruktur und -qualität bei Psoriasis in Deutschland aufgelegt. Dabei wurden alle verfügbaren Zugangswege zu Patienten genutzt, darunter Hautarztpraxen (Studie PsoHealth), Patientengruppen (PsoReal), Apotheken (PsoPharm) und das Internet (PsoWeb). Auf der Basis von Versorgungsindikatoren zeigte sich, daß die Qualität der Versorgung durch Dermatologen zwischen 2005 und 2009 deutlich besser geworden ist. Allerdings bleibt insbesondere bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis immer noch ein Anteil von ca. 50% ohne leitliniengerechte Versorgung. Auch zeigen sich erheblich regionale Unterschiede im Verordnungsverhalten.


PsoNet: Regionale Psoriasisnetze

Mehr Versorgungsqualität durch Vernetzung: In den letzten Jahren sind bundesweit mit Unterstützung von DDG und BVDD unter dem Namen "PsoNet" laufend regionale Psoriasisnetze eingerichtet worden (bisher rund 20). Deren Zielsetzung ist die Verbesserung der Versorgungsqualität auf dem Boden der S3-Leitlinie wie auch die Verbesserung der Kooperation zwischen den Arztgruppen. Zwingendes Merkmal ist ferner die Kooperation zwischen Kliniken und Praxen. Auch die Früherkennung der Psoriasis-Arthritis sowie der Komorbiditäten durch die behandelnden Dermatologen wurde im Zuge der Psoriasisnetze forciert.


PsoBest: Deutsches Psoriasisregister
Weitere Informationen unter: www.psonet.de


Mehr Patientensicherheit durch Register: Im Jahr 2008 wurde vom CVderm mit dem Deutschen Psoriasisregister "PsoBest" ein umfassendes Patientenregister zur Erfassung der Langzeitverläufe von System- und Biologikatherapie eingerichtet. Bislang sind 524 Dermatologen in Klinik und Praxis beteiligt. Zielparameter sind sowohl die Wirksamkeit unter Alltagsbedingungen wie auch die Sicherheit der Behandlungen. Angestrebt wird die Aufnahme von mind. 3500 Patienten, die jeweils über 5 Jahre beobachtet werden. PsoBest ist Mitglied der europäischen Psoriasisregister und über CVderm und DDG federführend an der Entwicklung des deutschen Memorandums zur Methodik von Patientenregistern beteiligt. Weitere Informationen unter: www.psobest.de

Weitere Informationen unter: www.versorgungsziele.de

Patientin Marlen Utesch
Leben mit Psoriasis

Marlen UteschMein Name ist Marlen Utesch und bin 21 Jahre alt. Ich habe vor drei Jahren mein Abitur gemacht und bin jetzt dabei meinen ersten Abschluss als Bachelor of Science zu machen und zusätzlich habe ich dieses Semester mit dem aufbauenden Masterstudiengang für "Stadt- und Regionalplanung" in Cottbus begonnen. Ich habe Psoriasis (ich finde den Begriff "Schuppenflechte" ganz schrecklich!) seit meinem 12. Lebensjahr. Erst nach einem Arztwechsel konnte letztlich die Psoriasis diagnostiziert werden. Meiner Hautärztin bin ich bis heute sehr dankbar für das, was sie für mich getan hat. Sie hat mich immer sehr gut informiert und mir geholfen, mit meiner Krankheit umzugehen.

Ich hatte Psoriasis vor allem in den Handinnenflächen. Kein schöner Anblick und äußerst unangenehm, beim Sport oder an kalten Wintertagen. Als Teenager hat man es nämlich nicht sehr leicht mit einer offensichtlichen Hautkrankheit! Mitschüler können sehr grausam sein. Ich fühlte mich anders als die Andern und das empfand ich als sehr ungerecht. Ein vierwöchiger Rehaklinik-Besuch tat mir wirklich sehr gut. Viele Teenager mit gleichen Problemen waren dort und ich fühlte mich wie befreit, obwohl die Marlen UteschKrankheit da sehr präsent war und natürlich behandelt wurde. Aber die Flucht vor dem Alltag und das alleine klar kommen gab mir persönlich Selbstbewusstsein und Mut für neue Aufgaben und Wege. Ich war damals 16 Jahre alt.

Inzwischen hab ich viele Behandlungen ausprobiert, einige erfolgreich, andere weniger. Ich habe mich immer auch zusätzlich über die Behandlungen und Medikamente und Möglichkeiten informiert bzw. konnte immer bei meiner Hautärztin nachfragen. Inzwischen benutze ich ein Medikament, mit dem ganz zufrieden bin. Natürlich wäre ich immer noch gern ganz gesund und "normal", aber ich habe inzwischen akzeptiert mit der Krankheit zu Leben.

Im Psoriasis-Camp 2009 vom Deutschen Psoriasis Bund konnte ich an anderen Teilnehmern ähnliche Entwicklungen beobachten, wie bei mir während des Reha-Aufenthalts. Viele gewannen an Selbstbewusstsein und viele setzten sich zum ersten Mal mit ihrer Krankheit intensiv auseinander. Das fand ich sehr schön. Ich denke, dass solche Erfahrungen für Kinder und Jugendliche sehr wichtig sind und auch im Alltag helfen können. Salben und Medikamente sind wichtig und richtig, aber helfen nur bedingt, sich im Alltag zu behaupten. Heute sieht mir keiner an, dass ich Psoriasis habe. Es sind nur noch sehr wenige Stellen. Diese Stellen kennen meine Ärzte, meine Familie, meine Freunde und ich natürlich am besten.

Wenn man ganz genau schaut, kann man die Stellen noch sehen, aber man kann sie auch schnell übersehen. Das ist gut so und macht es mir natürlich einfacher. Ich bin froh über den jetzigen Zustand, aber kenn auch wesentlich schlimmere Zeiten!

Jugendcamp des Deutschen Psoriasis Bundes e.V. (DPB)
Der Deutsche Psoriasis Bund e.V. (DPB) hat zum zweiten Mal ein Gesundheits-/Jugendcamp Teilnehmer Jugendcampfür Jugendliche mit Schuppenflechte veranstaltet. Das Camp ermöglichte den jugendlichen Teilnehmern, unter professioneller Begleitung weit weg vom Alltag mehr über ihre Krankheit zu erfahren.

Junge Leute zwischen 15 und 25 Jahren mit Schuppenflechte haben im Jugendcamp vom 15. bis zum 17. Oktober ein spannendes Abenteuer-Wochenende in Düsseldorf zum Thema "Eiszeit" erlebt. Betreut wurde das Camp von Ärzten und Psychologen, die auch Tipps gaben, wie man mit der Krankheit besser umgehen kann. Neben Spiel und Spaß bestand auch die Gelegenheit über seine Sorgen im Zusammenhang mit der Schuppenflechte zu sprechen. Dabei wurden die Jugendlichen psychologisch und medizinisch begleitet. Im Vordergrund standen aber das gemeinsame Erleben und der Erfahrungsaustausch mit Gleichgesinnten in einer Gruppe nach dem Motto: Gemeinsam Spaß haben - trotz Schuppenflechte. "Jugendliche haben Probleme, die der Erwachsenenwelt im Einzelnen doch häufig verschlossen bleiben", so Horst von Zitzewitz, Ehrenamtlicher Vorsitzender des Deutschen Psoriasis Bundes e.V.. "Über die Gemeinsamkeiten und Aktivitäten fanden die Teilnehmer den Mut und die Aufgeschlossenheit, um sich mit den eigenen Problemen intensiv zu beschäftigen und Lösungen zu finden."

"In der Rückschau erweist sich das Jugendcamp als gute Entscheidung", so Prof. Dr. Thomas Luger, Präsident der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft. "Sind die individuellen Probleme eines Jugendlichen wegen seiner Psoriasis einmal erkannt, gibt es immer auch Wege diesen hilfreich zu begegnen."

Das Jugendcamp wird jedes Jahr vom Deutschen Psoriasis Bund organisiert und ist für die betroffenen Jugendlichen kostenlos. Weitere Informationen zum Thema Schuppenflechte bei Kindern und Jugendlichen können beim DPB angefordert werden: Deutscher Psoriasis Bund e.V.

Deutscher Psoriasis Bund e.V.
Seewartenstraße 10
20459 Hamburg
www.psoriasis-bund.de
Tel.: 040/223399-0


Den vollständigen Beitrag können Sie hier herunterladen.




Für Sie entdeckt und zusammengestellt durch EPS-Schäffler / PDK Aly Peckys

Textzusammenstellung: © Ermasch - Presse - Service, Schäffler / PDK Aly Peckys
Fotos: © EPS-Schäffler / Jürgen Steinbach
Quelle: PJ Berliner Büro für Kommunikation (www.pj-berlin.de)

Rückfragen bitte an eps-schaeffler(at)gmx.de

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Layout und Gestaltung: Schefisch 27.12.2010